Grundfutter-Untersuchungsergebnisse 2019

Silageernte

Grassilagen

Gutes Grundfutter hilft, Kraftfutter zu sparen und somit die Produktionskosten zu senken. Die Streuung der Werte in den einzelnen Untersuchungsmerkmalen ist sehr groß. Die aufgezeigten Werte sind auch nur die Durchschnittswerte der einzelnen Landkreise. Eigene Untersuchungsergebnisse sind für eine axakte Rationsberechnung unerlässlich. Wir können nur an jeden Landwirt appellieren, alle Siloschnitte untersuchen zu lassen. Hilfe bei der Rationsberechnung bieten die Fütterungsberater des LKV.
Grassilage 1. Schnitt 2019
LandkreisTrockenmasse in g/kg FMRohasche in g/kg TMRohprotein in g/kg TMRNB je kg TMRohfaser in g/kg TMADForm in g/kg TMEnergie in MJ NEL je kg TM
Bamberg
4 Proben
31597165+52502955,69
Bayreuth
51 Proben
34699148+32583045,92
Coburg 17 Proben34197161+42432815,78
Forchheim
11 Proben
331100145+32412855,67
Hof
59 Proben
32897153+32412856,17
Kronach
10 Proben
270101162+42222655,76
Kulmbach
25 Proben
31794163+42242615,95
Lichtenfels
6 Proben
30795168+42242806,01
Tirschenreuth
28 Proben
305100161+42372806,06
Wunsiedel
7 Proben
294110158+52332796,24
Richtwerte300-400<100160-170 220-250<260>6,4
Grassilage
218 Proben
31599158+3,92372815,92
Die durchschnittliche Trockenmasse (TM) des ersten Schnitts liegt bei 315 g/kg Frischmasse (FM). Dieser Wert liegt nahe der unteren Grenze und deutet auf nicht immer optimale Anwelkbedingungen hin. Der Rohaschegehalt von 99 g/kg TM spricht hierbei jedoch für durchschnittliche Erntebedingungen.
Der Rohproteingehalt liegt unter dem Durchschnitt deutlich niedriger als im vorherigen Jahr. Der gute Vorjahreswert von 171 g/kg TM wurde durch nur 158 g/kg TM abgelöst und liegt somit auch unter dem Richtwert. Der RNB Wert verschlechtert sich gleichermaßen und positioniert sich um 4 g/kg TM.
Die Rohfasergehalte sind mit 237 g/kg TM im optimalen Bereich. Jedoch lässt der erhöhte ADF Wert von 281 g/kg TM auf eine beginnende Verholzung des 1. Schnitts schließen.
Der Energiewert von knapp 6 MJ NEL ist eher als niedrig anzusehen.
Die Zuckerwerte liegen im Schnitt bei 79 g/kg TM und liegen deutlich über dem Richtwert von 20-40 g/kg TM. Ursache für hohe Zuckergehalte in Silagen sind starke Sonneneinstrahlung am Tag und niedrige Temperaturen in den Nächten. Dadurch kann der tagsüber erzeugte Zucker nachts nur teilweise in Gerüstsubstanzen umgebaut werden.
Bei hohen Zuckergehalten in der Grassilage steigt das Risiko der Nacherwärmung. Bei der Rationsgestaltung ist die Menge der pansenabbaubaren Kohlehydrate durch Ersatz von Getreide durch Körnermais und Melasseschnitzel zu begrenzen und auf ausreichend Struktur zu achten.
Grassilage 2. Schnitt 2019
LandkreisTrockenmasse in g/kg FMRohasche in g/kg TMRohprotein in g/kg TMRNB je kg TMRohfaser in g/kg TMADForm in g/kg TMEnergie in MJ NEL je kg TM
Bamberg
4 Proben
350104147+32553095,57
Bayreuth
21 Proben
346100147+42683195,56
Coburg
8 Proben
34197135+22833295,39
Forchheim
4 Proben
41199129+22803295,44
Hof
36 Proben
35795160+52683145,70
Kronach
4 Proben
36699143+42803325,31
Kulmbach
9 Proben
36797140+32783315,44
Tirschenreuth
13 Proben
31296166+52553015,80
Wunsiedel
9 Proben
39197151+42603125,56
Richtwerte300-400<100160-170 220-250<260>6,4
Grassilage 108 Proben36098146+3,52703205,53
Der Trockenmassegehalt des zweiten Schnitts liegt mit 360 g/kg FM im optimalen Bereich. Ebenso ist der Wert von 98 g/kg TM der Rohasche ein akzeptabler Wert.
Der Rohproteingehalt sinkt im 2. Schnitt weiter auf 146 g/kg TM. Im Vergleich zum Vorjahr liegt eine Differenz von ca. 20 g/kg TM vor. Durch die anhaltende Wärme in der Wachstumsphase war hier die Entwicklung der Pflanzen bereits fortgeschritten, der Eiweißgehalt sinkt. Die RNB bleibt relativ konstant bei 3,5 g/kg TM.
Sowohl der Rohfasergehalt von 270 g/kg TM, als auch der ADF Wert von 320 g/kg TM zeigen deutlich, dass die Verholzung der Silage schon fortgeschritten ist. Beide Werte liegen über dem jeweiligen Richtwert.
Der Energiewert sinkt weiter unter den Richtwert und liegt bei ca. 5,5 MJ NEL.
Der Zuckergehalt orientiert sich positiv zum Richtwert und liegt bei ca. 58 g/kg TM.
Maishäcksler und Traktor mit Anhänger fahren durch Maisfeld, © Wolfgang Jargstorff - fotolia.com
Maissilagen
Die diesjährige Maissilage liefert durchaus vernünftige Inhaltsstoffe. In einzelnen Landkreisen weichen die Stärkegehalte aber nach unten ab. Eine Futteranalyse ist zu empfehlen, da einzelbetrieblich die Werte noch viel stärker schwanken.
Maissilagen 2019 in Oberfranken und Landkreis Tirschenreuth
LandkreisTrockenmasse in g/kg FMRohasche in g/kg TMRohprotein in g/kg TMRNB je kg TMRohfaser in g/kg TMStärke in g/kg TMEnergie in MJ NEL je kg TM
Bayreuth
21 Proben
3413781-8,51963076,74
Coburg
16 Proben
3303580-8,61933076,75
Forchheim
5 Proben
3483177-9,21853276,84
Hof
19 Proben
3303684-82002926,69
Kronach
8 Proben
3113583-82042796,64
Kulmbach
17 Proben
3283882-7,92022726,52
Lichtenfels
9 Proben
3313787-7,61992946,32
Tirschenreuth
19 Proben
3053783-8,21992816,68
Wunsiedel
5 Proben
3423480-8,32013036,56
Richtwerte 300-380<4085-8170-210>300>6,6
Die bisher analysierten Maissilagen aus Oberfranken und Tirschenreuth zeigen relativ gute Werte im Vergleich zum letzten Jahr.
Beginnend mit der Trockenmasse liefert die diesjährige Ernte einen besseren Wert von durchschnittlich 330 g/kg FM. Dies zeigt, dass der Mais noch nicht zu trocken gehäckselt wurde.
Der Rohaschegehalt liegt mit 36 g/kg TM unter dem Grenzwert von <40 g/kg TM und spricht damit für eine saubere Ernte.
Die ruminale Stickstoffbilanz liegt, wie für Mais üblich, im unteren negativen Bereich bei -8,3 kg je TM. Es ist also besonders auf den Ausgleich mit rohproteinreichen Futtermitteln zu achten.
Der Rohproteingehalt von 82 g/kg TM liegt im normalen Bereich um den Richtwert von 85 g/kg TM.
Der Rohfasergehalt von 198 g/kg TM zeigt, dass die Pflanzen zum einen noch nicht zu weit abgereift waren. Zum anderen verdeutlicht der Wert, dass das Verhältnis von Kolben zu Restpflanze weiter geworden ist.
Der Stärkegehalt ist die Schwachstelle der diesjährigen Silage. Mit im Schnitt 296 g/kg TM liegt er knapp unter dem Minimum von 300 g/kg TM. Dies kann an den schlecht ausgebildeten Kolben durch ungünstige Witterung (Sommertrockenheit) liegen. Es sollte auf die Verdaulichkeit der Ration geachtet werden. Der Energiegehalt von 6,64 MJ NEL/kg TM liegt somit ebenfalls im niedrigen bis mittleren Bereich.