Stand: 20.11.2017
Ergebnisse der Futteruntersuchungen 2017

Silageernte

2017 war ein Futterjahr, das die guten Ergebnisse bei Energie und Ertrag im Vorjahr vielerorts nochmal übertrifft.

In den Erntefenstern konnte der erste Schnitt in Oberfranken ausreichend angewelkt werden, wie die Trockenmassen mit 336 g/kg FM im Durchschnitt zeigen. Allerdings sind die Rohaschegehalte mit durchschnittlich 102g /kg TM ein Zeiger für Verschmutzungen im Silostock. Dies gilt insbesondere für alle Folgeschnitte, die aufgrund der teils schlechten Erntebedingungen mit rohaschegehalten von 85 – 179 g/kg TM auffallen. Zu tiefe Einstellung bei Mahd oder Werbung können Ursachen sein. Ein hoher Buttersäuregehalt, Clostridien im Futter und verringerte Futteraufnahme sind mögliche Folgen der Verschmutzungen.
Höherer Zuckergehalt
Der Zuckergehalt in der untersuchten Silagen ist leicht höher als 2016 und liegt aktuell bei 71g /kg TS. Die Zuckergehalte streuen aber zwischen 8 – 187g /kg TS, weshalb eigene Futteruntersuchungen unerlässlich sind. Der Zuckergehalt hat Auswirkungen auf den Silierprozess. Die Silokammern sollten deshalb immer mindestens sechs bis acht Wochen geschlossen bleiben, damit möglichst viel Zucker in Milchsäure für lagerstabile Silagen umgewandelt werden kann. Der noch vorhandene Restzucker im Silo muss aber auch bei der Fütterung berücksichtigt werden. Getreideschrot, der im Pansen schnell verfügbar ist, sollte etwas reduziert und teilweise durch Maisschrot oder Trockenschnitzel ersetzt werden.
Schwankungen bei der Energie
Regionen mit früherem Vegetationsbeginn (Landkreis Bamberg, Coburg, Forchheim, Kulmbach, Lichtenfels) haben im Durchschnitt die geringeren Energiewerte. Dort steigen die Rohfaserwerte früher an und deshalb bringt die Silierung Anfang Mai die besseren Energie- und Eiweißwerte.
Aber auch in den ostoberfränkischen Landkreisen mit etwas späterem Vegetationsbeginn sollte vor dem 15. Mai der 1. Schnitt Wiesengras einsiliert werden, um über 6,4 MJ NEL/kg TM und hohe Proteingehalte durch junges Futter zu erreichen.
Die aktuell reichlichen Grassilagevorräte aus der Saison 2017 sollten uns veranlassen, 2018 früher das Gras zu schneiden, bei etwas weniger Masse aber bei umso höheren Werten bei Rohprotein und Energie.
Schwankungen zwischen 4,9 und 7,1 MJ NEL /kg TS beim 1. Schnitt bei der Energie haben nicht nur Einfluss auf den Kraftfutterbedarf sondern auch gravierende Unterschiede bei der Futteraufnahme. Sind bei sehr guten Silagen 14 kg TS pro Kuh und Tag möglich, werden bei einem Energiegehalt von weniger als 5,5 MJ NEL kaum 10 kg TS aus der Silage erreicht. Die großen Schwankungen setzen sich auch bei den Folgeschnitten fort!

Orientierungswerte für Silagen: Gruber Tabelle (Seite 88) - Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) Externer Link

Silomais
Die guten Werte beim Silomais von 2016 wurden im Erntejahr 2017 sowohl in der Erntemenge/ha als auch bei den Energiewerten noch einmal deutlich übertroffen, so dass ein hervorragendes Energiegrundfutter für gute Milcherzeugungswerte mit durchschnittlich etwa 6,9 MJNEL/kg TM zur Verfügung steht.
Es sollten die Silos auch hier ausreichend lange (6 bis 8 Wochen) geschlossen bleiben, damit der Stock gut durchsiliert und die Körner auch ausreichend gut vom Tier aufgeschlossen und verwertet werden können.
Produktionskosten senken
Optimales Grundfutter hilft, Kraftfutter zu sparen und somit Produktionskosten zu senken.
Die Streuung der Werte in den einzelnen Untersuchungsmerkmalen ist sehr groß, deshalb sind eigene Untersuchungsergebnisse für eine exakte Rationsberechnung unerlässlich. Wir können nur an jeden Landwirt appellieren, alle Siloschnitte untersuchen zulassen. Hilfe bei der Rationsberechnung bieten die Fütterungsberater des LKV.